Woran liegt es, dass sich viele Menschen wenig oder keine Zeit für körperliche Bedürfnisse nehmen und sich zusätzlich auch noch ungesund ernähren? Natürlich – das ist der Stress! Die Anforderungen im Job steigen, es wird mehr verlangt. Unabhängig von einer Karriereorientierung wird vom Einzelnen verlangt, dass er neues lernt, sich bei Umstrukturierungen an neue Aufgaben anpasst oder sich gänzlich neu orientiert. Die psychische Belastung steigt. Dieser Druck wird häufig durch Überkompensation, durch mehr Arbeit oder durch inneren Ausstieg beantwortet. Ein effizienter Verarbeitungsmechanismus steht nicht zur Verfügung.
Um auf Dauer leistungsfähig zu bleiben sind mehrere Aspekte zu beachten. Erfolg im Beruf wie im Privatleben entsteht nicht durch ein mehr an Arbeit, sondern durch klare, realistische Ziele. Stehe ich vor einer neuen Herausforderung, muss ich mir die vorgegebene oder noch zu definierende Zielsetzung klar vor Augen halten, um dann meine Prioritäten neu zu setzen. Nur so kann ich herausfinden, welches die richtigen Dinge sind, die in Angriff genommen werden müssen. Liebgewordene Gewohnheiten müssen vielleicht verändert oder aufgegeben werden, um zu neuen Ufern entspannt aufbrechen zu können.
Der bewusste Umgang mit dem eigenen Körper ist von entscheidender Bedeutung für dauerhafte Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Dazu gehört, dass man sich in irgendeiner Form körperlich betätigt und einen Ausgleich schafft für die psychische Anspannung im Beruf. Was für den Einzelnen passt hängt von der körperlichen Konstitution ab und vor allem vom individuellen Spaßfaktor. Nur was freiwillig und mit Freude praktiziert wird ergibt Wohlbefinden.
Hat der Mensch ein bewusstes Verhältnis zu seinem Körper entwickelt, versteht er auch leicht, was lernen mit dem Körper bedeutet. Rein intellektuelles Lernen vernachlässigt völlig, dass der Mensch nicht nur aus rationalen Komponenten besteht, sondern zu einem großen Teil aus emotionalen Strömungen. Werden Gefühle bei Lern- und Veränderungsprozessen nicht entsprechen thematisiert und berücksichtigt, ist der dauerhafte Erfolg zweifelhaft.
Erfahrungen, bei denen der Verstand und das Gefühl mit einem körperlichen Wohlbefinden gekoppelt sind, werden im Gedächtnis geankert und haben nachhaltige Wirkung. Die unmittelbare Empfindung in einer aktuellen Situation ist fundamental für die Akzeptanz von Entscheidungen. Werden im Nachhinein rationale Argumente gegen ein “Bauchgefühl” herbeizitiert, sogenannte vernünftige Gesichtspunkte, so kann man sicher sein, dass eine darauf basierende Entscheidung in die Hose geht. Körper und Geist sind nur formal in Einklang.