Wir leben in einer Zeit tiefgreifender Veränderung. Aber ist Veränderung nicht immer allgegenwärtig und wir machen uns nur manchmal etwas vor? Wir haben eine stabile Phase erreicht im Beruf, in der Familie, in der Politik. Wie lange dauert es, bis wir beginnen etwas festzuhalten, was uns zu entgleiten droht? Ist die Veränderung durch Corona diesmal so gravierend weil sie lebensbedrohend ist?
Die Wahrscheinlichkeit durch einen Unfall im Haushalt oder auf der Straße, durch einen Grippevirus, durch Alkohol- oder Tabakkonsum etc. zu sterben ist wesentlich höher. Was also ist der grundlegende Unterschied?
Die Pandemie ist ein weltweites Phänomen mit hohen Ansteckungsraten, aber die anderen Möglichkeiten zu Tode zu kommen sind ebenfalls weltweit zu finden. Nur bisher waren die staatlichen Eingriffe und Einschränkungen der persönlichen Freiheiten nicht so gravierend und auch nicht für so viele existenzvernichtend! Eine Veränderung durch Einschränkungen, die den einzelnen hilflos machen und von staatlicher Unterstützung abhängig machen sind auf Dauer kontraproduktiv für eine Lösung der Krise. Auch wenn es Gewinner in der Krise gibt, kann die Lösung nicht in einem weiteren Auseinanderdriften der Gesellschaft bestehen. Die Verteilung der Ressourcen muss in einer demokratischen Gesellschaft durch die Teilhabemöglichkeit aller am Wirtschaftsprozess gewährleistet sein.