Identifikation mentaler Modelle

Es existieren viele Modelle von Menschsein und jedes Modell kann erfolgreich sein. Relative Schönheit, körperliche und geistige Fitness garantieren noch keinen Erfolg und auch nicht das Glücklichsein. Sonst müssten alle Reichen, Prominenten und Schönen doch immer Erfolg haben und glücklich sein. Das genaue Gegenteil ist oft der Fall und nach außen hin wird nur die Fassade aufrecht erhalten. Das gibt Hoffnung für den großen Rest der Menschheit.

Erfolg hängt in erster Linie davon ab, ob man sich Ziele setzt und bis zu welchem Grad man diese selbst gesteckten Ziele auch erreicht. Hat man Erfolg, so stellt sich ein Gefühl der Zufriedenheit ein und das ist eine gute Voraussetzung für subjektives Wohlbefinden. Das Gefühl glücklich zu sein lässt sich am besten erreichen wenn man einen Menschen hat, mit dem man seine Erfolge teilen und genießen kann. Deshalb sind wahrscheinlich die meisten Menschen in irgendeiner Form von jemandem abhängig. So wie ich auf den anderen angewiesen bin entsteht eine Verpflichtung dem anderen gegenüber, ich bin für ihn verantwortlich.

Was heißt nun für den anderen verantwortlich? Das muss jeder für sich selbst fühlen und definieren. Prinzipiell ist jeder für sich selbst verantwortlich, andererseits entstehen Gemeinschaften erst dadurch, dass man für andere Verantwortung übernimmt, sei es weil die Verantwortung delegiert wurde oder weil man sich in der stärkeren Position befindet und diese Situation nicht einseitig ausnutzt. Da der Mensch in der heutigen vernetzten Welt immer mehr auf andere angewiesen ist, muss die gegenseitige Unterstützung als Voraussetzung für den Erfolg erklärt werden.

Erfolg lässt sich planen. Planen genau so wie man eine Umsatz- oder Geschäftsfeldplanung oder ein Jahresbudget macht. Mit einem wesentlichen Unterschied: die Erfolgswahrscheinlichkeit ist höher, wenn das Ziel ein auf mich individuell abgestimmtes Ziel ist und demzufolge die Motivation zur Zielerreichung sehr groß ist. Eine einhundertprozentige Garantie gibt es aber selbst bei Beachtung aller Schritte nicht. Die Erfolge in Summe werden jedoch mehr und damit einhergehend die positiv bewertenden Erlebnisse.

Dadurch, dass man immer irgendwie von anderen Menschen abhängig ist, entsteht eine große Gefahr bei der Festlegung eines Erfolgskorridors: Die Ziele werden an vermutete oder auch ausgesprochene Erwartungen des sozialen Umfeldes in das man eingebunden ist ausgerichtet. Nicht die eigenen Wünsche und Träume sind ausschlaggebend, sondern die Abhängigkeiten, die es zu berücksichtigen gilt.

Der Mensch ist kein Einzeller sondern ein Vielzeller, d.h. um erfolgreich zu sein muss der “Zellverbund” insgesamt bedient werden. Ziele, die nur an den eigenen Ich – Bedürfnissen ausgerichtet werden, enden in der Isolation. Hier einen Zielkorridor festzulegen, der das soziale Umfeld angemessen berücksichtigt und gleichzeitig die individuelle Zielprojektion nicht trübt, ist ein hartes Stück Arbeit. Dies bedeutet für die Zielfindung ein sorgfältiges Abwägen und Hinterfragen von allen Säulen meiner Identität. Gleichzeitig müssen die eigenen Stärken ohne Selbsttäuschung analysiert werden. Erst dann können Ziele mit Aussicht auf Erfolg ins Auge gefasst werden.

Der Erfolgsprozess hat viel damit zu tun, dass man nicht in erster Linie etwas für andere tut, sondern für sich selbst. Das Individuum muss seine innersten Grundbedürfnisse erkennen und diese dann soweit wie möglich befriedigen. Wenn man dabei Kompromisse eingeht, so sollte man dies “sehenden Auges” tun, d.h. mit voller Absicht und mit der gleichen Begeisterung, als ob es eine nur meinen Belangen dienende Entscheidung wäre. Was man absichtlich macht oder nicht ändern kann muss man zu einhundert Prozent akzeptieren und nicht immer wieder in Frage stellen.

Diese Form der Standortbestimmung bedeutet, dass man sich die gegenwärtige Situation voll bewusst macht. Der Reflexionsprozess bezieht Vor- und Nachteile gleichermaßen mit ein und konzentriert sich auf das wahrscheinlich Machbare. Lösungsansätze stehen im Fokus und nicht Optionen, die nur mit viel Glück funktionieren würden. Man hat immer die Wahlfreiheit, ob man Unmögliches will und nur träumt, oder ob man realistische Handlungsstränge verfolgt. Die Zukunft ist mit einer Wahrscheinlichkeitskorona umgeben und diese gilt es zu erreichen. Wenn von vornherein klar ist, dass die Erfolgsaussichten gegen Null tendieren, so verschwendet man nur seine begrenzt vorhandene Energie.